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Versorgungssicherheit

FAQ Versorgungssicherheit

Die Bundesregierung hat am 23.06.2022 aufgrund des Kriegs in der Ukraine die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Zunächst war am 30.03.2022 die erste Stufe, die Frühwarnstufe, ausgerufen worden. Nachfolgend haben wir Ihnen einige häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Versorgungssicherheit zusammengestellt.

Erdgas

Wie sicher ist die Versorgung mit Erdgas?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sagt dazu: „Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt. Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist die seit dem 14.06.2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt.“ Auch für unser Versorgungsgebiet gilt, dass die Versorgungssicherheit gegenwärtig gewährleistet ist.

Bis 21.07.2022 war der Gasfluss über die Pipepline Nord Stream 1 aufgrund einer regulären Wartung unterbrochen. Seit 22.07.2022 fließen wieder 40 Prozent Erdgas über die Pipline nach Deutschland. Seit 27.07.2022 wurde die Menge auf 20 Prozent gedrosselt. Die Lage bleibt dadurch weiter angespannt.

Was passiert, wenn das verfügbare Gas nicht mehr für alle ausreicht?

In diesem Fall spricht die Energiewirtschaft von einer Gasmangellage. Es greift der Notfallplan Gas, der drei Stufen hat. Bereits am 23.06.2022 hat die Bundesregierung, aufgrund des Kriegs in der Ukraine, die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Zunächst war am 30.03.2022 die erste Stufe, die Frühwarnstufe, ausgerufen worden.

Die konkreten Auswirkungen eines Liefer-Stopps von russischem Gas lassen sich nur schwerz vorhersehen. Gasmarkt-Experten sagen: Sehr wahrscheinlich würden sich diese großen Mengen in den nächsten Monaten nicht komplett durch andere Lieferungen kompensieren lassen. Alle Akteure arbeiten daran, für diesen Fall vorbereitet zu sein, allen voran die Bundesnetzagentur mit einem eigens für die Sicherung der Gasversorgung eingerichteten Krisenstab. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) gehören private Haushalte zu den sogenannten geschützten Kunden. Auch Krankenhäuser, Pflegeheime, kleine und mittelgroße Gewerbebetriebe und Kraftwerke, die auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen gehören dazu. Diese Kunden müssen solange versorgt werden wie möglich. Die Stadtwerke Freudenstadt befinden sich in ständigem Austausch mit anderen Stadtwerken und Verbänden.

Woher beziehen die Stadtwerke ihr Erdgas und welcher Anteil kommt dabei aus Russland?

Wie viele Versorger beziehen auch die Stadtwerke Freudenstadt ihr Erdgas über Handelsplattformen, die dann an der Börse agieren. In der Europäischen Union ist Deutschland der größte Importeuer von Erdgas aus Russland. 2021 hat Deutschland aus Russland etwa 55 Prozent des hier verbrauchten Erdgases importiert, im Mai 2022 waren es noch etwa 30 Prozent. Bis Sommer 2024 soll, nach Angaben des Wirtschaftsminisiteriums, der Anteil des russischen Gases am deutschen Gesamtverbrauch auf zehn Prozent reduziert werden. Neben den russischen Lieferungen bezieht Deutschland Erdgas auch aus Norwegen und den Niederlanden. Außerdem werden deutsche Energieunternehmen auch zunehmend verflüssigtes Erdgas (LNG) beziehen, aktuell noch über Anlande-Terminals im Ausland.

Wie entwickeln sich die Erdgaspreise?

Die Preise auf dem Energiemarkt sind in den letzten Monaten explodiert. So hat sich der Preis an der Börse für Erdgas für das Lieferjahr 2023 gegenüber Anfang Januar 2021 verneunfacht, für das Lieferjahr 2024 versechsfacht. Die Stadwerke beschaffen für alle Haushaltskunden langfristig im Rahmen eines Tranchenmodells um das Risiko eines falschen Beschaffungszeitpunkts minimieren zu können. Zum 01.01.2023 ist leider denoch mit steigenden Erdgaspreisen zu rechnen.

Welche Rolle spielen Gasspeicher?

Gasspeicher dienen grundsätzlich als eine Art Puffer für den saisonal schwankenden Gasabsatz. So wird u.a. in den Heizmonaten (Oktober-März) deutlich mehr Gas benötigt als in den Sommermonaten. In den Sommermonaten wird überschüssiges Gas in den meinst unterirdischen Speichern eingespeichert und im Winter dann abgerufen. Theoretisch kann das Speichervolumen laut Bundesregierung Deutschland zwei bis drei durchschnittlich kalte Wintermonate mit Gas versorgen. Bis zur Energiekrise hat Deutschland jährlich etwa 1.000 Terawattstunden Erdgas verbraucht. In den Gasspeichern können maximal rund 256. Die Stadtwerke verfügen, wie auch viele andere Versorger, über keine eigenen Speicher.

Was kann ich als Verbraucher tun?

Sparen Sie ab heute den Verbrauch von fossilen Energieträgern ein. Jede eingesparte Kilowattstunde Erdgas macht Deutschland unabhängiger von russischen Gaslieferungen, entlastet Sie finanziell und hilft im Kampf gegen die Klimakrise. Ganz konkret können Sie im Winter die Raumtemperatur senken, Warmwasser in der Küche sparen, im Bad einen sparsamen Duschkopf einsetzen und den Wirkungsgrad von Heizkörpern erhöhen. Mehr Energiespartipps >


Strom

Wie sicher ist die Stormversorgung?

Die Stromversorgung gilt als relativ sicher, da die Situation auf dem Strommarkt eine andere als auf dem Gasmarkt ist. Deutschland kann die Erzeugung von Strom aus Erdgas kompensieren. So sollen verstärkt ältere Kohlekraftwerke in das Stromnetz einspeisen. Deutschland versorgt sich aus eigenem Tagebau mit Braunkohle und aus der ganzen Welt mit Steinkohle. Das Kohle- und Erdöl-Embargo gegen Russland bedroht die Versorgungssicherheit nicht. Eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klima am 13.07.2022 veröffentlichte Analyse sagt: „Auf Basis der getroffenen Annahmen kommt die Sonderanalyse zu dem Ergebnis, dass ein sicherer Betrieb des Elektrizitätsversorgungsnetzes im Winter 2022/23 gewährleistet ist.“

Wie entwickeln sich die Strompreise?

Die Preise auf dem Energiemarkt sind in den letzten Monaten explodiert. Die Stadwerke beschaffen für alle Haushaltskunden langfristig im Rahmen eines Tranchenmodells um das Risiko eines falschen Beschaffungszeitpunkts minimieren zu können. Zum 01.01.2023 ist jedoch leider mit steigenden Strompreisen zu rechnen.

Ursachen:

  • Hohe Energienachfrage: Die Wirtschaft hat sich vom Corona-bedingten Einbruch erholt und benötigt nun wieder mehr Energie. Die Nachfrage nach Rohstoffen ist weltweit gestiegen. Das treibt die Preise nach oben.
  • Russischer Angriffskrieg in der Ukraine: Russland war bisher Deutschlands wichtigster Energielieferant. 55 Prozent der Erdgaslieferungen, 50 Prozent der Kohlelieferungen und 35 Prozent der Öllieferungen stammten von Russland. Durch die Verknappung der bisherigen Energielieferungen aus Russland steigen die Strom- und Erdgaspreise.
  • CO2-Preis: Je höher der Gaspreis, desto mehr Kohle wird verstromt – und damit mehr CO2-Zertifikate gekauft. Mit der Nachfrage steigt der Preis der CO2-Zertifikate. Somit wird der Einsatz fossiler Brennstoffe (Erdgas und Öl) zur Stromerzeugung zusätzlich teurer. Außerdem steigt die CO2-Abgabe 2022 um 20%.

Was kann ich als Verbrauchter tun? Hilft Stromsparen gegen die Gasmangellage?

Strom sparen hilft insoweit als auch Strom in Gaskraftwerken produziert wird und eine geringere Nachfrage somit entlastet. Mehr Energiespartipps >